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Sonntagsthema Nr.6

Warum Bindungs- und Beziehungsorientierung nichts mit „Kinder machen lassen“ zu tun hat UND warum dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen nicht heißt, es sei ein kleiner Erwachsener

Ein langer Titel schmückt den Anfang dieses letzten Sonntagsartikels im Rahmen meiner NRW-Ferienaktion. Mit den im Titel verborgenen Themen möchte ich den Bogen zurück zum Anfang der Sonntagsthemenreihe schlagen. Zu Beginn habe ich über Werte und Glaubenssätze geschrieben und wie sie unsere Haltung zu unserem Kind beeinflussen können, darüber, dass es sich durchaus lohnt innewohnende Vorstellungen von Erziehung zu hinterfragen.

Immer wieder begegnen mir Menschen mit interessierter Skepsis, wenn ich davon berichte, welche Vorstellungen ich vom Umgang mit Kindern habe. Dass ich die Haltung vertrete, ein Kind sei genauso viel wert wie ein Erwachsener und muss daher mit gleicher Achtsamkeit behandelt und gesehen werden. Ein weiterer Aspekt, der mir in Gesprächen mit Eltern und anderen am Thema interessierten immer wieder entgegenschlägt ist meiner Ansicht nach einem Missverständnis des Inhaltes geschuldet.

Wenn ich über Bindungs- und Beziehungsorientierung spreche, also davon anzuerkennen, dass Kinder Wesen mit einem Bindungsverhalten sind, diese Tatsache im Umgang mit Kindern einfließen zu lassen und davon, dass wir Menschen in Beziehungen zu einander leben, unsichtbare dickere und dünnere Beziehungsfäden untereinander spinnen und nur durch Verbundenheit zu anderen Menschen lernen und geprägt werden – Beziehungsgeprägt eben, ja häufig dann wird mir folgendes entgegnet: „Ja, ja das klingt ja nun alles ganz nett, allerdings MÜSSEN Kinder ja auch Regeln lernen und Grenzen lernen zu akzeptieren. Wenn Kinder immer nur das machen dürfen, was sie wollen, wo kämen wir denn da hin?“.

Diese Äußerung und ihr Inhalt jedoch basiert auf einer völlig anderen Haltung Kindern gegenüber, als ich sie vertrete und geht von einem sehr negierten Bild des Kindes aus, welches nicht als das soziale Wesen betrachtet wird, welches es ist, sondern ein unfertiger, unsozialer Mensch, der zunächst durch Einwirkung von Erwachsenen in eine sozialverträgliche Richtung erzogen werden müsse. Darüber hinaus stecken darin viele innere Glaubenssätze, die uns selbst in unserer Kindheit auferlegt wurden und in den meisten Fällen wurden wir genau danach behandelt: Aufzeigen von Grenzen durch Strafen und Konsequenzen, starre, von Erwachsenen bestimmte Regeln, über die wir nicht mitbestimmen durften und deren Sinnhaftigkeit nicht hinterfragt werden durfte.

Um zu verstehen, dass Bindungs- und Beziehungsorientierung keinesfalls laissez-faire (also: machen lassen) bedeutet, ist es in meinen Augen entscheidend, zu verstehen, was diese Begrifflichkeiten verkörpern. Während der laissez-faire Erziehungsstil durch Passivität der Bezugspersonen gekennzeichnet ist und die Kinder führungslos sich selbst überlassen werden, fußt die Bindungs- und Beziehungsorientierung auf einer gleichwertigen, aktiven Beziehungsgestaltung zum Kind unter Einbezug neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse der Bindungsforschung.

Wir wissen heute, dass Kinder sich an ihre engsten Bezugspersonen binden, dass dieses Bindungsverhalten ihr Überleben sichert, dass frühe Bindungserfahrungen maßgeblich mitbeeinflussen, wie wir später im Leben Beziehung führen und halten können und dass die Bindungsqualität (wie häufig und angemessen werden die Bedürfnisse des Säuglings/Kleinkindes befriedigt) einen entscheidenden Einfluss auf die gesunde kognitive, körperliche und emotionale Entwicklung eines Kindes haben.

Das Kind braucht also eine stabile, sichere Bindungsperson, die seine Bedürfnisse schon vom Zeitpunkt seiner Geburt erkennt und adäquat darauf reagiert. Ich kann jedoch nur dann auf einen anderen Menschen angemessen reagieren, wenn ich mich in Beziehung zu ihm begebe, mich in ihn einfühle und ergründe, was dieser kleine Mensch gerade von mir braucht. Darüber hinaus wissen wir heute, dass Kinder sich über ihre Bindungspersonen Co-regulieren. Co-Regulation ist immer dann notwendig, wenn das Kind aus einem Zustand größter Erregung (Wut, Trauer, großer Freude, Aufregung,…) aufgrund fehlender (Hirn-)Reife noch nicht selbst in der Lage ist seine Emotionen zu steuern.

Das Kind als gleichwertigen und gleichwürden Menschen anzuerkennen und seine innere Haltung dementsprechend zu verändern, bedeutet jedoch nicht, das Kind als gleichBERECHTIGT wahrzunehmen. Ein Kind hat nicht die gleichen Berechtigungen wie ein Erwachsener, die gleiche Würde, die gleichen Menschenrechte, jedoch schon, doch trägt es keine Verantwortung. Ich kann meinem Kind auf Augenhöhe begegnet UND ich weiß, dass es nicht die gleiche Macht, die gleiche Verantwortung trägt, wie ich sie als Erwachsener trage. Sich an der Beziehung zu orientieren und sich auf Augenhöhe zu begegnen bedeutet auch nicht ohne Regelungen oder Grenzen zu leben, es bedeutet allerdings sie zu hinterfragen, das Kind entwicklungsentsprechend einzubeziehen, seine Sicht der Dinge ernst zu nehmen und ggfs. bestehende Regeln zu hinterfragen, wenn sich an einer Stelle immer wieder anstrengende Konflikte auftun.

Kinder möchten an und mit ihren Eltern wachsen, sie möchten uns kennenlernen mit unseren Gefühlen und Gedanken. Kinder brauchen Eltern, die die Familie liebevoll führen, das gibt ihnen Halt und Orientierung. Das Kind weiß, dass seine Eltern die Verantwortung tragen, dass sein Dasein jedoch eine Rolle für die Familie spielt. Kinder wollen sich verbunden fühlen mit ihrer Familie, sie streben nach Kooperation und Zusammengehörigkeit. Kinder wollen gesehen werden, gehört werden und anerkannt werden in ihrer Einzigartigkeit. Kinder wollen, dass wir ihnen vertrauen, dass wir sie loslassen und sie bestärken. Wir sind die Oase in der Wüste der so großen, so komplexen inneren und äußeren Welt.

Ein Kind, orientiert an seinem Bindungsverhalten und in Beziehung zu begleiten, ist ein meilenweiter Unterschied zu einer verwahrlosenden Laissez-faire Erziehung und ich hoffe mit diesem Beitrag, ein Stück dazu beitragen zu können, dass diese Begrifflichkeiten zukünftig mit klarem Bedeutungsunterschied verwendet werden können.

Die KinderBesserVerstehen- Kurse geben euch die Möglichkeit mehr über eure Oase in der Wüste in Erfahrung zu bringen und darüber, welche Vorteile es für die Entwicklung von Kindern hat, wenn sie auf bindungs- und beziehungsorientierte Art und Weise beziehungsgeprägt werden.

Eure Fabienne

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Sonntagsthema Nr.5

Verhalten von Kindern wahrnehmen, statt bewerten –
wie wir aus der Missverständnis-Spirale ausbrechen können

Die Gesellschaft in der wir leben ist nach wie vor defizitorientiert organisiert. Bedeutet: vermeindliche Fehler, Schwächen oder Fehlverhalten werden mit überaus feinen Antennen wahrgenommen, während Leistung, Anpassung und Gehorsam als erwünschte Attribute eines Menschen selbstverständlich sind und Teil der inneren Erwartungshaltung zu sein scheinen. Ich rede hier natürlich von der breiten Masse, von dem Eindruck, den ich tagtäglich erhalte, wenn ich mich in der Gesellschaft bewege.

Das vorherrschende Bild vom Kind scheint nach wie vor zu sein, dass es als unfertiges Wesen auf die Welt gekommen ist, welches nur durch Erziehung zu einem guten Menschen würde. Dieses Bild des Kindes ist längst durch die Wissenschaft widerlegbar. Dachten die Menschen früher, das kindliche Gehirn verfügt über keinerlei Ressourcen und wird erst durch äußeren Einfluss geformt, wissen wir heute, nicht zuletzt durch den Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther, dass wir als Menschen bereits mit einem Gehirn voller Kompetenzen und Möglichkeiten auf die Welt kommen. Kinder sind kompetente, autonome Wesen, die sich die Welt erschließen wollen, intrinsisch, also aus sich selbst heraus. Sie bringen eine unfassbare Lernmotivation mit. Es ist unsere Aufgabe, diese Motivation zu erhalten.

Es fällt uns oft schwer das Verhalten eines Kindes unvoreingenommen wahrzunehmen, uns Urteile zu sparen und uns von der Bewertung abzugrenzen. Das fällt uns vermutlich deshalb so schwer, weil wir in unserer eigenen Erziehung und unserem Weg durch Kindergarten, Schule und der Gesellschaft selbst, immer wieder auf Reglementierung, Bewertung und Verurteilung gestoßen sind und stoßen. Wir werden gepolt auf diese Art und Weise zu denken.

Nun gibt es viele Situationen, in denen wir in der Kommunikation mit unseren Kindern schlichtweg ihre Kooperationsbereitschaft und ihr soziales Wesen (welches sie zweifelsohne sind) nicht sehen (können).

Zwei Beispiele:

Der kleine Karl (3) sitzt am Frühstückstisch im Kindergarten, während die ältere Sarah ihn immer wieder unter dem Tisch mit dem Fuß tritt. Karl sagt zweimal: „Ich möchte das nicht, lass das!“. Er sagt es leise, so leise, dass die Erzieherin in der Gruppe es nicht hört. Sarah lässt es nicht, tritt erneut und Karl tritt fester zurück, was die Erzieherin mitbekommt. Ohne zu überlegen, setzt sie Karl an einen anderen Tisch und sagt ihm: „Wir treten hier nicht. Wenn du etwas hast, sollst du sprechen.“

Lisa (2,5 Jahre) ist im Schwimmbad und rutscht mit Freude eine kleine Wasserrutsche hinunter. Ihr Vater steht an der Rutsche und schaut dem Treiben aufmerksam zu. Mehrfach macht der Vater darauf aufmerksam, dass noch andere Kinder im Becken vor der Rutsche spielen und sie mit dem Rutschen warten soll, bis kein Kind mehr vor der Rutsche steht. Vor Lisa rutscht ein kleiner Junge. Während Lisa sich bereits auf die Rutsche setzt, geht der Junge mehrere Schritte von der Rutsche weg, Lisa schaut hinab, da sie der Aufforderung des Vaters nachkommen möchte. Der Junge jedoch, wird durchs Spiel anderer Kinder wieder auf die Rutsche zugetrieben und Lisa, die ihre Rutschpartie nicht mehr anhalten kann, rutscht in ihn hinein. Beide Kinder berühren sich nur leicht und wenden sich voneinander ab. Der Vater, der aufgrund seines Standortes lediglich das Hineinrutschen sehen konnte, geht wütend auf seine Tochter zu, schimpft mit ihr, er habe es ihr doch 100 Mal erklärt und droht ihr, würde sie das nochmal machen, wäre der Schwimmbadbesuch beendet.

Wir als Eltern neigen in unserer erwachsenen Denkweise und Weltansicht dazu, kindliches Verhalten abzuwerten und in diesem Verhalten böse Absichten zu sehen. Warum das so ist? Weil es das ist, was uns als Kindern zumeist selbst von Erwachsenen entgegengebracht wurde. Wir distanzieren uns so unbemerkt von unseren Kindern, agieren von oben herab und lassen die Beziehung zwischen uns und unserem Kind nicht nur sehr oberflächlich werden, wir senden dem Kind dadurch auch die Botschaft: „Du bist nicht okay, wie du bist“ und wirken somit in negativer Weise auf die Entwicklung eines positiven Selbstbildes und Selbstwertgefühls ein. Kinder, die uns stets entsprechen möchten, merken diese innere Erwartungshaltung und was wir zu sehen bekommen, entspricht genau dieser, unserer Erwartungshaltung. Wird ein Kind dauerhaft in der Form kritisiert, gemaßregelt und abgewertet kann dies negative Auswirkungen auf seine gesamte Entwicklung haben.

Ich schreibe diesen Beitrag nun nicht, weil ich Eltern ein schlechtes Gewissen machen möchte oder gar mit erhobenem Zeigefinger auf euch einwirken möchte. Davon abgesehen, dass das ziemlich erzieherische Maßnahmen wären, geht es mir bei den Beispielen darum, den Blick der Eltern zu öffnen, für Situationen, die eine große Chance für die Intensivierung der Beziehung gewesen wären, in denen wir Eltern das Bemühen der Kinder oft jedoch schlichtweg nicht sehen. Ich möchte euch dazu einladen, aufkommende Situationen, in denen ihr innerlich zur Bewertung und Verurteilung neigen würdet, zunächst wahrzunehmen und euch in euer Kind einzufühlen. Es gibt manigfaltige Situationen, in denen unser Urteil absolut unnötig ist, z.B. dann, wenn die Kinder selbst ganz gut mit den Umständen umgehen und ihre eigenen Lösungsstrategien verfolgen. Dafür brauchen sie Zeit und Zutrauen unsererseits. Wir dürfen also bei Konfliktsituationen zwischen Kindern zunächst achtsam beobachten. Reicht das Beobachten nicht aus und die Situation spitzt sich zu, können wir begleiten.

Wie kann ich mein Kind begleiten?

Der Schlüssel eines konstruktiven Miteinanders liegt für mich in der Einfühlung in den anderen. Durch einen empathischen, wertschätzenden Umgang miteinander, indem unser Kind uns zum Einen als Entwicklungsbegleiter, zum Anderen als liebevolle Führungsperson wahrnimmt, lernen die Kinder, wie Konfliktsituationen und Missverständnisse so gelöst werden, dass es keinen Verlierer gibt. Missverständnisse hätten seltener eine Chance zu einem Machtkampf zu werden, wenn wir als Erwachsene nicht die Notwendigkeit darin sähen, mit unseren Kindern zu kämpfen und wenn wir bereit sind, uns in einen von Beziehung geprägten Dialog mit unseren Kindern zu begeben.

Was Karl betrifft, so wäre, nach Begleitung beider (!) Kinder, die erste wichtige Frage beispielsweise gewesen: „Was habt ihr zwei miteinander?“ Die Mutter hätte so das Verhalten der Kinder zwar wahrgenommen und steht den Kindern zur Seite, sie be- und verurteilt jedoch nicht, sondern begleitet die Kinder bei einer Problematik, die sie selbst gerade nicht zu lösen im Stande sind. Die Kinder könnten beide berichten, was sie bewegt hat und die Erzieherin hätte diesen Dialog unter den Kindern durch spiegeln der Gefühle begleiten können. Es wäre vielleicht am Ende ersichtlich gewesen, dass Sarah Karl deshalb getreten hat, weil er ein Frühstücksbrot dabei hatte, welches Sarah auch gern gehabt hätte. Die Erzieherin hätte Sarah in ihrem Unmut darüber begleiten können, möglicherweise hätte Karl auch Lust gehabt zu teilen oder die Kinder hätten andere Ideen gemeinsam entwickelt. Durch diese Form der Begleitung entstehen wunderbare Strategien für die Kinder, auf die sie dann immer gezielter zurückgreifen können. Aus so einer Situation nimmt das Kind wertvolle Erfahrungen für seine soziale Entwicklung mit, die es zu einem späteren Zeitpunkt immer selbstständiger anwenden kann. Es wird mit seinen Bedürfnissen gesehen.

Im zweiten Beispiel fühlt sich der Vater sehr verantwortlich für den reibungslosen Ablauf an der Rutsche. Der Vater selbst scheint sich in der Situation mit Kindern im Wasser und der möglichen Gefahr, die das Rutschen beherbergt nicht wohl zu fühlen. Er scheint in Sorge zu sein, dass Fehlverhalten seines Kindes zur Verletzungsgefahr für die anderen und für sein Kind werden könnte, möglicherweise spürt er großen Erwartungsdruck durch die Anwesenheit anderer Eltern. Viele Eltern haben den Eindruck ihre Kompetenzen vor anderen Beweisen zu müssen. Das Verhalten des Kindes dient auch hier der Bewertung: Gutes Verhalten des Kindes bedeutet gleichzeitig ein guter Vater zu sein. Folglich bedeutet „unangemessenes“ Verhalten (Vorsicht: was als angemessen oder unangemessen gilt ist stark subjektiv!) des Kindes , ein schlechter Vater zu sein. An dieser Stelle möchte ich dazu einladen, eigene Ängste zu erspüren, wahrzunehmen, an welchen Stellen uns die Angst um unser Kind packt. Auf der hohen Kletterspinne? Wenn es mit etwas in der Hand rennt? Wenn es einen Stock in der Hand hält? Wir dürfen diese Ängste hinterfragen und uns ihrer bewusst werden.

Dann können wir selbst abwägen, wie groß die Verletzungsgefahr wirklich ist und gemeinsam mit dem Kind Regelungen treffen: „Wenn du mit mir auf dem Spielplatz bist, bleibe bitte auf den unteren Sprossen. Ich bin in dieser Situation besorgt, mir macht das Angst. Wenn Papa gleich kommt, kannst du es weiter probieren, er geht anders damit um, in Ordnung?“. Haben wir verstanden, dass Kinder sich aus sich selbst heraus entwickeln und soziale Wesen sind, die auf Kooperation ausgerichtet sind und können wir Erziehung ablegen, können wir erkennen, dass unsere Kinder nicht unsere Produkte sind. Unser Kind gehört uns nicht. Wir dürfen es begleiten.

Ein wertschätzender Umgang an der Rutsche, hätte beinhalten können, sich bei allen Beteiligten Kindern nach ihrem Befinden zu erkundigen: „Oh, das war etwas schnell. Habt ihr euch wehgetan?“ und dann die Kinder zu Fragen: „Ihr ward so schnell, wie ist denn das nun passiert? Ich habe es nicht gesehen.“ Beim Rutschen im Schwimmbad können solche Situationen vorkommen. Wenn die Kinder sich nicht verletzt haben und meine Haltung ist, dass Kinder als soziale Wesen nicht im Sinn haben, anderen zu schaden, kann ich die Situation auch beobachten und sehen, ob sie sich von selbst auflöst. Es ist für ein Kind genauso anstrengend, wie es für einen Erwachsenen wäre, das Gefühl zu haben den ganzen Tag unter Beobachtung zu stehen und nur darauf zu warten, eine Sanktion oder eine Kritik zu erhalten. Letztere sind aus kindlicher Sicht häufig gar nicht nachvollziehbar und unterliegen sehr stark der Willkür des Erwachsenen. Kindliches Verhalten folgt immer einer Logik. Wir sehen sie jedoch oft erst auf den zweiten Blick.

Vielleicht fallen euch auch Situationen ein, in denen ihr vorschnell geurteilt habt und die sich zu einem späteren Zeitpunkt aufgelöst haben?
Der bereits oben erwähnte Satz:

Kinder tun nie etwas gegen andere, sondern immer etwas für sich!

hilft mir in herausfordernden Situationen dabei, mich zu fokussieren und in die Einfühlung zum Kind zu kommen. Ob mir das immer gelingt? Mitnichten! Und doch hilft es in vielen Situationen und macht alle Beteiligten zufriedener, als einen anstrengenden Machtkampf auszutragen.
Ein Kind, welches unangemessenes Verhalten zeigt, macht häufig genau in der Form auf ungestillte Bedürfnisse seines inneren Gefühlslebens aufmerksam, die ihm zu Verfügung steht. Wir dürfen entschlüsseln und wenn uns das nicht gelingt, dürfen wir dem Kind jederzeit mit genau der Wertschätzung entgegentreten, die wir selbst von ihm verlangen.

Es lohnt sich also, Situationen auch im Nachhinein zu reflektieren und zu überlegen, welche Möglichkeiten wir gehabt hätten, wertschätzender mit unserem Kind in jeweiliger Situation umzugehen. Wichtig: Du hast dich in deinen Augen nicht wertschätzend verhalten? Morgen ist ein neuer Tag! Selbstzweifel oder Vorwürfe gegen dich selbst sind nicht zielführend.

Sei wertschätzend, auch mit dir selbst!

Viele weitere spannende Themen erwarten Euch in den KinderBesserVerstehen Kursen.

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Sonntagsthema Nr. 4

Liebe Eltern,

es ist schon wieder soweit, es ist Sonntag.

Dieser Tag bringt bei Beziehungsgeprägt immer einen besonderen Beitrag zu einem Thema im Alltag von Eltern und Kindern zwischen 1 und 5/6 Jahren mit.

Heutiges Thema:
Vom Maltisch zum Spaziergang – Übergängen im Alltag mehr Beachtung schenken

Ich befinde mich derzeit in der Eingewöhnungphase in einer Kindertageseinrichtung – und zwar doppelt. Meine beiden Kinder gleichzeitig in einer neuen Einrichtung einzugewöhnen verlangt uns allen ganz schön was ab. Durch diesen sehr intensiven Prozess, wird mir einmal mehr ganz parxisnah durch meine Kinder und die anderen Kinder gezeigt, wie wichtig das Thema der Übergänge für sie ist und wie wertvoll es ist, über diese Bedeutung als Eltern etwas zu wissen.

Übergänge werden in der pädagogischen Fachwelt auch als Transitionen bezeichnet und in ihnen steckt mehr als der Übergang von zu Hause in eine Kita oder der Übergang vom Abendbrottisch ins Bett. Jeder von uns stößt im Alltag mit unseren Kindern auf Übergangssituationen, deren Gestaltung uns mal mehr, mal weniger gelingt und manchmal registrieren wir auch gar nicht, dass es sich um einen Übergang handelt.
Aber beginnen wir ganz klein: Was ist denn ein Übergang überhaupt? Mit Übergang meine ich den Raum zwischen dem Beenden einer Tätigkeit, Handlung oder Situationen bis zum Beginn einer neuen Tätigkeit, Handlung oder Situation. Ihr könnt euch vorstellen, dass das Zuwenden zu einer neuen Situation auch immer mit Unsicherheiten verbunden ist. Je seltener die Situation also auftritt, je mehr Unvorhergesehenes sie enthält, desto unsicherer kann das Kind reagieren.

Typische Übergänge am Tag sind beispielsweise:
– Vom Frühstückstisch zum Anziehen
– Vom Spielen nach Draußen
– Vom Abenbrottisch ins Bett

Manche Übergänge sind vom Säuglingsalter an so stark ritualisiert, dass der Ablauf für die Kinder sehr gut nachvollziehbar ist und keine großen Unsicherheiten mehr birgt, wie z.B. das Händewaschen nachdem wir nach Hause kommen oder das Zähneputzen nach dem Sandmann. Andere Übergänge jedoch haben ein großes Potenzial für Verunsicherung, z.B. der Übergang in eine Kindertageseinrichtung.

Anders als wir Erwachsene, sind Kinder noch nicht darin geübt und vertraut Situationen zu verlassen und neue Situationen mit vielen Unbekannten Variablen zu betreten. Jeder Übergang bedeutet für das Kind auch das Vorangegangene loszulassen und darauf zu vertrauen, dass das, was es zu Gunsten der neuen Situation zunächst aufgibt, zu einem späteren Zeitpunkt genau so auch wieder vorfindbar ist.

Wenn wir also von unserem Kind verlangen, nun sofort aus dem Kinderzimmer zu kommen und sich anzuziehen, weil wir auf den Spielplatz wollen, könnte es zu starken Unmutsäußerungen, Kooperationsverweigerung oder sogar Wutanfällen kommen: das Kind fühlt sich überrumpelt, es soll eine Tätigkeit abrupt beenden, der es sich bis dato gedanklich zugewandt hat und es soll etwas aufgeben, ohne zu wissen, ob und wann es dieser Tätigkeit weiter nachgehen kann (Thema: Loslassen). Zudem sind Kinder im Alter zwischen 1 und 5 Jahren noch sehr starr in ihrer Zielplanung. Sie haben noch nicht genügend Erfahrungen, Reife und Strategien, um rasch umplanen zu können und somit flexibel zu sein für plötzlich auftretende Veränderungen. Wird die Zielplanung unterbrochen, folgt ein Systemzusammenbruch, aufgrund fehlender Strategien. Es kommt zur Überforderung. An dieser Stelle braucht ein Kind einen verständnisvollen Co-Regulator, einen Menschen, der es in seinen Gefühlen ernstnimmt und sich in das Kind einfühlen kann.

Wir helfen unserem Kind also bei kleineren Übergängen wie oben beschrieben, indem wir unser Vorhaben rechtzeitig ankündigen, wenn möglich visuell greifbar machen (z.B. Sanduhr, farbige Zahlen auf einer Uhr) und indem wir den Übergang wertschätzend begleiten. Wir können unseren Kindern Strategien an die Hand geben, mit denen es für sie einfacher wird und sie in diesen Prozess auch mit einbeziehen: „Oh ich sehe, du hättest dir dieses Buch nun noch gern weiter angesehen, magst du es vielleicht mitnehmen?“ oder „Ich sehe du baust gerade einen hohen Turm, magst du noch drei Steine mehr anbauen und wir lassen ihn genau hier stehen und du baust heute vor dem Abendessen noch daran weiter?“. Eine weitere Möglichkeit ist es auch, das Kind effektiv mit einzubeziehen: „Wir müssen nun wirklich los, was möchtest du noch schnell tun, ehe ich dir helfe deine Schuhe anzuziehen?“

In erster Linie ist der Aspekt der Zeit sehr entscheidend bei der Berücksichtigung von Übergängen im Alltag. Das Leben der Kinder verläuft in einem ruhigeren Rhythmus als unser hochtouriges Erwachsenenleben. Häufig haben Kinder unsere Aufforderungen sehr wohl gehört und möchten Kooperieren, wir lassen ihnen an vielen Stellen jedoch nicht ihre benötigte Zeit. Sie wollen vielleicht noch die zwei letzten Puzzlestücke in das Bild einfügen, einen Strich auf dem Bild zu Ende malen oder ein Lied zu Ende hören. Konnten sie ihrer Zielplanung folgen, sind sie bereit, sich des Wunsches des Erwachsenen zuzuwenden und zu kooperieren. Es entspannt also schon in erheblichem Maße, wenn wir uns einen Zeitpuffer in jeder Übergangssituation einrichten, der es uns ermöglicht einen Übergang im geforderten Maße zu begleiten.

Zeit und Geduld sind auch für den Übergang in eine Kindertageseinrichtung sehr entscheidend, Modelle wie das Berliner Eingewöhnungsmodell geben einen Rahmenplan von in etwa drei Wochen vor, wen das Kind bereit ist sich relativ schnell von der Bezugsperson zu lösen. Bei manchen Kindern kann dieser Prozess auch 8 Wochen oder länger dauern. Wenn ihr also die Möglichkeit habt: Nehmt euch so viel Zeit, wie nur möglich, um individuell auf euer Kind eingehen zu können. Vertrauen baut sich durch verlässliche Abläufe, eine vertraute Umgebung und vor allem durch Menschen auf, die Beziehung zum Kind gestalten. Um dieses Vertrauen zu fassen, brauche ich als Mensch Zeit. Da kommt es nicht darauf an, ob ich Kind oder Erwachsener bin. Hilfreich ist in solchen besonders fordernden und für das Kind psychisch und physisch anstrengenden Situationen alles Vertraute: In erster Linie eine vertraute Bezugsperson, etwas, das an zu Hause erinnert. Ein Stofftier, ein Schnuller oder ein Schmusetuch sind gern genutzte Übergangsobjekte.

Der Übergang in eine Kindertageseinrichtung läuft über die Beziehung, denn Kinder binden sich über ihre Eltern und er ist einer der größeren Übergänge, die viele Kinder im Laufe ihrer Kindheit zu bewältigen haben, daher gäbe es speziell über dieses Thema noch sehr viel zu berichten.

Letztlich hoffe ich mit diesem Beitrag zur Bewusstmachung beigetragen zu haben, dass „mal eben schnell“ und „nur mal kurz“ für unsere Kinder Stress und Druck bedeuten und ihrer Entwicklung nicht entsprechen. Wenn es doch mal ganz schnell gehen muss, dürfen wir Strategien entwickeln und im Zweifelsfall auch unser Kind durch die Überforderung die daraus entsteht begleiten. Doch immer tragen wir Eltern die Verantwortung für unsere Alltagsgestaltung, niemals ist ein Kind dafür verantwortlich, dass wir zu spät kommen oder etwas nicht so „funktioniert“, wie wir uns das gedacht haben. Kinder wollen kooperieren. Immer.

Dieses und viele andere spannende Themen erwarten euch in den KinderBesserVerstehen Kursen!

Infos und Anmeldung

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Sonntagsthema Nr.3

Empathiefähigkeit oder
– Warum der Weg einer Entschuldigung über das Einfühlen gelingt

Der vierjährige Elias spielt mit seinem gerade zum Geburtstag erhaltenen Bagger im Sandkasten. Die zweijährige Anna nähert sich ihm, was Elias registriert. Als das Mädchen die Hand nach dem Bagger ausstreckt, greift Elias in den Sand und bewirft Anna mit selbigem. Das Mädchen weint. Beide Mütter kommen angerannt und während Anna vom Sand befreit und getröstet wird, besteht Elias`Mutter darauf, er möge sich für sein Verhalten sofort bei dem kleinen Mädchen entschuldigen. Als Elias, sichtlich wütend, nicht auf diese Aufforderung reagiert, setzt seine Mutter ihn auf die naheliegende Spielplatzbank und sagt: „Du bleibst jetzt so lange hier sitzen, bis du dich bei dem Mädchen entschuldigt hast. Mit Sand werfen geht gar nicht.“

Diese Einführung könnte eine gute Einführung zum Thema „Teilen“ sein, jedoch hat meine geschätzte Kollegin Nina Beck von kinderleicht darüber kürzlich einen sehr informativen und lesenswerten Beitrag geschrieben, ihr findet ihn hier:
http://www.kinderleicht.online/…/;focus=STRATP_com_cm4all_w…

Worauf ich mich jedoch an dieser Stelle konzentrieren möchte, ist die Aufforderung zur Entschuldigung.
Eine Entschuldigung, genau wie das Bitte und Danke-sagen, stehen in unserer Gesellschaft für die verbale Verkörperung von Freundlichkeit, Höflichkeit und Respekt vor dem Gegenüber. Werte, die in unserer Gesellschaft für ein friedvolles Miteinander als unbedingt vorhanden angesehen werden und deshalb im Bereich der Erziehung schon sehr früh von unseren Kindern verlangt werden.

Ich möchte euch folgendes Gedankenspiel mit auf den Weg geben:
Stell dir vor, du hast so einen richtig, richtig fiesen, unsympathischen Chef. Einen, dessen schlechter Ruf ihm vorauseilt und der bekannt ist für seine harten Sanktionen seinen Mitarbeitern gegenüber. Du bist in absoluter finanzieller Abhängigkeit, dieser Job ist für dich überlebenswichtig!

Stell dir weiterhin vor: du arbeitest seit Monaten an einer bestimmten Aufgabe, hast viel Zeit und Energie in ihr Fertigstellen investiert. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist dir wichtig, an ihrem Inhalt hängt inzwischen dein Herz. Kennst du das, wenn Menschen sagen: „Das ist mein Baby“, wenn sie ihr Auto meinen? In deinem Fall ist es diese eine berufliche Aufgabe, der du dich mit viel Hingabe gewidmet hast.
Dein Chef, du weißt schon, der unsympathische, herrische Typ, hat nun eine Sympathie für deinen Kollegen entwickelt und fordert dich auf, diese eine, DEINE Aufgabe, sofort an den Kollegen abzutreten, inklusive aller Gedanken und Notizen, die du dir dazu gemacht hast. UFF – ein Schlag vor den Kopf. In deiner Wut und Verzweiflung sagst du etwas (ich bin mir sicher dir liegt beim Lesen etwas Passendes auf den Lippen), was allgemeingültig als Schimpfwort bezeichnet wird.
Dein Chef ist entsetzt über diesen Ausbruch und verlangt eine Entschuldigung von dir.

Was bleibt dir nun übrig?
Du kannst dich dem Chef entgegenstellen und weißt aus Erfahrung, dass du diesen Kampf verlierst ODER du entschuldigst dich für den verbalen Ausbruch und nimmst die Schuld somit auf dich, behältst aber deinen Job. Doch: Wäre diese Entschuldigung, die euer Chef mit seiner sanktionierenden Art hervorgerufen hat, wirklich ernst gemeint? – Nein. Du hast dich nur aus einem Grund entschuldigt: Um einer Strafe zu entgehen. Fühlst du dich von deinem Chef gewertschätzt? Spielten deine Gefühle bei seiner Entscheidung eine Rolle? – Wieder nein.

Völlig berechtigt käme nun hoffentlich der Einwand, sich bei so einem Vorgesetzten schnellstmöglich einen neuen Job zu suchen und die Abhängigkeit somit aufzulösen. In diesem Beispiel mit Erwachsenen wäre dies möglich, denn wir sind Erwachsenen, unser Gehirn hat Reifeprozesse durchlaufen, welche Kinder noch nicht vollzogen haben. Daher hinkt dieses Beispiel auch etwas, macht aber die Einfühlung in diesen kleinen Menschen leichter.

Ein Kind, eben anders als ein Erwachsener, befindet sich unabdingbar und unfreiwillig in der Abhängigkeit unseres Wohlwollens ihm gegenüber. Ohne uns an seiner Seite, wäre unser Kind der Welt und ihren Gefahren hilflos ausgeliefert.
Es ist also verständlich, dass der kleine Elias sich aus zwei Gründen entschuldigen wird:

– Er will der Strafe entgehen
– Er will die Gunst seiner Mutter nicht verlieren, aus Angst
vor dem Verlust ihrer Liebe

Selbstverständlich gibt es auch Situationen in denen die Beziehung schon so sehr belastet ist, dass das Kind sich auch bei Androhung von Strafen nicht mehr entschuldigt und die Strafe zum Schutze seiner Integrität in Kauf nimmt – Integrität, ein ganz spannedes Thema, über das ich zukünftig auch nochmal etwas zum Besten geben mag.

Was ich mit diesem Beitrag sagen möchte: Eine vordiktierte Entschuldigung vermittelt nicht das, was wir unseren Kindern damit vermitteln wollen. Solch ein Verhalten zerstört die Beziehung zum Kind, die Gefühle und Beweggründe des Kindes bleiben unbeachtet und das Kind erlebt seine Mutter als Richter oder Polizist: Vergehen werden erkannt und entsprechend sanktioniert. Die Beziehung ist distanziert und von Machtmissbrauch seitens des Erwachsenen geprägt.

Was brauchen Kinder, um sich entschuldigen zu können?
Empathie ist der Schlüssel zum Mitfühlen, zum wahren und echten Einfühlen in das Gegenüber. Wenn einem Kind empathisch begegnet wird, seine Gefühle verbalisiert werden statt seines Verhaltens, seine dahinterliegenden Beweggründe gesehen werden, kann es sich selbst auch bei entsprechender Reife und Entwicklung empathisch verhalten.

Diese Entwicklung verläuft über Jahre (Grundzüge mit etwa 4 Jahren, gut ausgeprägte Empathiefähigkeit mit etwa 7 Jahren, weiterer Ausbau der Empathieentwicklung bis ins Erwachsenenalter) und braucht entsprechend empathische Begleitung der Eltern und weiterer Bezugspersonen, um sich optimal Ausbilden zu können.

Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem das Kind merkt (indem es fühlt) mit seinem Handeln eine Grenze des Gegenübers auf unangemessene Art und Weise überschritten zu haben. Auch hier wirken wir Eltern als größte Vorbilder unserer Kinder: Können wir uns gut entschuldigen? Entschuldigen wir uns bei unseren Kindern? Wie entschuldigen wir uns und wodurch wird es deutlich, dass uns ernsthaft etwas leidtut?

Dann und erst dann, wird ein Kind eine Entschuldigung nicht mehr als vom Erwachsenen erwünschte oder erzwungene Floskel verwenden, sondern sie im Herzen fühlen und aus sich selbst heraus als soziales Wesen, das es ist, seinem Gegenüber zukommen lassen.

Wir dürfen Vorbild sein für unsere Kinder und in der Annahme mit ihnen in Beziehung sein, dass wir geben können, was wir selbst einmal empfingen. Wir können ihnen vorleben, wie wir uns den Umgang miteinander wünschen. Wir dürfen ihnen dabei Zeit und Raum geben zum genauen beobachten, erleben und ausprobieren und dürfen in ihre Entwicklung vertrauen.

Diese und weitere Themen besprechen wir in einem geschützten Rahmen in den KinderBesserVerstehen Kursen.

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Sonntagsthema Nr.2

Wenn der Spielplatzbesuch beendet ist, weil Susi mit Sand wirft
– wie manipulative Methoden die Entwicklung unserer Kinder hemmen

Wie ich im vorherigen Beitrag schrieb, bekommen wir die Werte aus unserer Herkunftsfamilie mit in die Wiege gelegt. Wir übernehmen sie häufig und unbewusst dann, wenn wir selbst Kinder bekommen.

Gleichzeitig übernehmen wir auch Handlungen und Methoden aus unserer eigenen Kindheit, wenn wir selbst als Eltern mit unseren Kindern agieren. Das können einerseits sehr bewusst gewalttätige Maßnahmen sein, die im gesamtgesellschaftlichen Kontext heutzutage zwar verboten sind:

§ 1631 (BGB) Inhalt und Grenzen der Personensorge
(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

und doch in vielen Familien, und dies nicht einmal ausschließlich hinter verschlossenen Türen, zur Anwendung finden. Hier sind wir alle aufgefordert hinzusehen, hinsehen ohne zu veruteilen und doch mit dem Wissen, dass solche Maßnahmen schlichtweg verboten sind.

In ähnlicher weiße wirken andere, gesellschaftlich als harmlos wahrgenommene Methoden. Um diese Methoden geht es mir hier und heute. Ich spreche von z.B.: Drohungen in Form von Wenn-Dann-Sätzen oder auch vom Loben und Belohnen erwünschter Verhaltensweisen des Kindes.

Möglicherweise bist du nun überrascht. Wenn-Dann – nennt sich das nicht „logische Konsequenz“ und was soll daran falsch sein? Spätestens bei der Erwähnung von Lob in Zusammenhang mit manipulativen Methoden ziehen sich die Augenbrauen vielleicht ungläubig zusammen.
Lob? Lob ist doch etwas höchst Motivierendes?

Die Botschaft von manipulativen Methoden

Als manipulative Methoden bezeichne ich all jene Äußerungen und Taten im Umgang mit unseren Kindern, mit denen wir in unseren Gedanken eine bestimmte Absicht erzielen möchten und das Kind durch unser Verhalten oder unsere Äußerungen in eine Richtung lenken, die es aus sich selbst heraus gerade nicht eingeschlagen hätte.

Zwei Beispiele:
1) Wenn du nicht sofort aufhörst mit Sand zu schmeißen, fahren wir nach Hause!
2) Mensch, was hast du toll aufgegessen, dann bekommst du nun auch einen Nachtisch!

Zwei Sätze, die wir sicher schon alle so oder auf ähnliche Weise gehört haben. Zwei Sätze, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie senden an das Kind die Botschaft: „Du bist nicht ok, wie du bist.“

Genau diese Botschaft braucht das Kind allerdings und zwar gefühlt im Inneren seines Seins, um sich geliebt, gewertschätzt und anerkannt zu fühlen und um darüber ein gutes Selbstwertgefühl entwickeln zu können.
Die Entwicklung des Selbstwertgefühls ist weiterführend maßgeblich für die Gesamtentwicklung des Kindes ausschlaggebend.

Derlei Aussagen sind daher destruktiv, sie verbinden Eltern und Kind nicht miteinander, sie trennen. Während Beispiel 1 offensichtlich destruktive Züge zeigt, indem dem Kind etwas genommen wird (Spielplatzbesuch), weil sein Verhalten nicht den Erwartungen der Eltern entspricht, sendet Beispiel 2 die Botschaft versteckter: Ich will, dass aufgegessen wird, ansonsten gibt es keinen Nachtisch. Das Kind wird für ein Verhalten gelobt, welches einzig und allein durch den Maßstab des Erwachsenen bestimmt wird. Abgesehen von einem ungesunden Verhältnis zur Nahrungsaufnahme, agiert der Erwachsene auch hier rein auf der Verhaltensebene.

Um es kurz zu fassen: Einen Besuch auf dem Spielplatz zu beenden, weil das Kind sich nicht meinen Erwartungen entsprechend verhält, ist keine logische Konsequenz. Es ist eine Strafe für das Kind und eine Aufforderung sein Verhalten entsprechend meiner Erwartungen zu verändern, um der Strafe zu entgehen.

Das Lob im zweiten Beispiel ist keine Motivation. Es ist eine Manipulation, in die Richtung, die der Erwachsene als wünschenswert definiert hat.

Kinder wollen uns grundsätzlich gefallen. Das müssen sie, weil sie von uns abhängig sind. Unsere Aufgabe ist es, mit diesem Machtgefälle verantwortungsvoll und im Sinne der Entwicklung des Kindes umzugehen. Es kann, um auf das Beispiel zurück zu kommen, nicht im Sinne seiner Entwicklung sein, wenn das Kind sein Hungergefühl übergeht, um uns mit einem leer gegessenen Teller glücklich zu machen oder seine Abneigung gegen Lebensmittel zu überwinden, indem es isst, was es eigentlich nicht essen möchte, um den verlockenden Nachtisch zu erhalten.

In der bindungs- und beziehungsorientierten Pädagogik verstehen wir Verhalten als ein wertvolles Signal und als einen Schlüssel zu den dahinterliegenden, emotionalen Beweggründen des Kindes. Wir stellen uns die Frage:

WARUM tut das Kind gerade, was es tut und WIE können wir bindungs- und beziehungsorientiert re-agieren?

Sehr häufig liegen hinter unerwünschten Verhaltensweisen zwei Gründe:

Überforderung oder Kränkung.

Niemals möchte unser Kind uns ärgern.
Niemals tut unser Kind etwas gegen uns, sondern etwas für sich.

Wir können die Signale unserer Kinder deuten lernen, wenn wir uns öffnen für eine gleichwertige, konstruktive Beziehung zu unserem Kind und wenn wir das Innere unserer Kinder verstehen lernen, indem wir uns vorhandes Wissen zumindest in Grundzügen aneignen.

Im KinderBesserVerstehen Kurs nimmt das Thema Strafe/Konsequenzen und daraus abgeleitete Handlungsalternativen einen großen Raum ein. Ich lade euch ein, dieses und viele weitere spannende Themen rund um die kindliche Entwicklung zwischen einem und fünf Jahren im Kurs zu beleuchten, den Blickwinkel zu ändern und die Beziehung zu euren Kindern über neu erlangtes Wissen noch zu vertiefen.

Ich freue mich auf euch!

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THEMENSONNTAG

Liebe Eltern,

In den nächsten 6 Wochen erwartet euch jeden Sonntag ein Beitrag zu einem Thema rund um bindungs- und beziehungorientierte Elternschaft.

Wir starten heute mit dem Thema:

Was wünsche ich mir für mein Kind?
– Wie unsere Werte unser Handeln prägen

Ich möchte Werte an dieser Stelle sinnbildlich beschreiben als Rahmen unserer bewussten Handlungen. Entscheidungen die ich treffe, Dinge die ich tue laufen, unbewusst und blitzschnell, zunächst durch eine Art Wertekontrolle. Wir stellen uns die innere Frage: Entspricht mein Handeln meinen persönlichen und sehr subjektiven Werten?

Natürlich bedeutet dies nicht, dass wir ständig auch wertekonform handeln würden, doch in der Regel spüren wir sehr schnell, wenn etwas, was wir gesagt oder getan haben, sich „nicht richtig“ für uns und in uns anfühlt – wenn es nicht unseren Wertvorstellungen oder inneren Glaubenssätzen entspricht.

Warum ist das so?

Werte sind abhängig von der Gesellschaft in der wir leben, von ihrer Kultur, von unseren Erfahrungen und in einem erheblichen Maße von den Werten, die unsere Eltern uns in der Kindheit mit auf unseren Lebensweg gegeben haben.

Häufig übernehmen wir die Werte unserer Eltern, ohne uns dessen bewusst zu sein. Gerade dann, wenn wir selbst Kinder bekommen und plötzlich feststellen, wie wir Werte unserer eigenen Eltern auch an unsere Kinder weitergeben.

Werte sind dynamisch und damit wandelbar. Wir können und dürfen unsere eigenen Werte hinterfragen (warum hat beispielsweise Ordnung für mich so einen großen Wert?) und sie für uns neu definieren: Was ist mir wirklich wichtig und warum? Und: Wie möchte ich meine Werte vermitteln?

Was hat das nun mit unseren Kindern zu tun?

Wir befinden uns in einer Zeit, in der Kinder und der Umgang mit ihnen wertvoller wird. Warum? Weil das Bild, welches wir von unserem „Zukunftskind“ haben (als beispielsweise selbstbewusste, selbstsichere und eigenständige Persönlichkeit) in Konflikt zu den Werten steht, durch die wir größtenteils noch durch unsere Eltern und Großeltern geprägt sind. Die Zeit, in der galt: Ein Kind ist ein gutes Kind, wenn man es weder hört noch sieht, liegen nicht weit zurück. Werte wie Gehorsam und Anpassung (an gesellschaftliche Konventionen beispielsweise) werden an der ein oder anderen Stelle noch als wünschenswerte Attribute eines Kindes betrachtet und durch Erziehung mit teilweise sehr destruktiven Mechanismen auch vertreten.

Ein angepasstes, gehorsames Kind kann aber weder selbstsicher noch selbstbewusst sein. Eltern beginnen diese Zusammenhänge in Frage zu stellen und reflektieren ihre eigenen Wertvorstellungen.

Eine solche Art des Umdenkens und des Neu-Sortierens bringt Verunsicherung mit sich. An dieser Stelle dürfen wir uns des Wissens bedienen, welches z.B. Hirnforschung und Bindungsforschung zu Tage fördern.  Auf dieser Grundlage können wir für uns neue Werte definieren, die uns einen gleichWERTigen Umgang mit unseren Kindern ermöglichen.

Im KinderBesserVerstehen Kurs haben wir in wertschätzender Atmosphäre den Raum und die Möglichkeit über „alte“ und „neue“ Werte ins Gespräch zu kommen. In Einbettung dessen, was wir über die frühkindliche Entwicklung heute wissen, stelle ich euch neue Werte vor. Werte, die eine konstruktive Beziehung zum Kind ermöglichen und somit zu seiner gesunden Entwicklung beitragen.

Anmeldung hier

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AB SOFORT: Verbindliche Anmeldung möglich

Liebe Eltern,

es ist mir eine große Freude bekanntmachen zu dürfen, dass ich ab sofort verbindliche Anmeldungen für die Kinder besser verstehen (KBV) Kurse annehme.

Es hat sich im Hintergrund viel getan in der Zwischenzeit:

Ich habe meine pädagogische Grundausbildung in bindungs- und beziehungsorientierter Pädagogik erfolgreich abgeschlossen.

Außerdem konnte ich mein Kursangebot zeitlich durch einen weiteren Kurs am Montag Nachmittag erweitern.

Noch sind ein paar Plätze in den Kursen frei, zögert nicht lange und meldet euch noch heute an.

Ich freue mich sehr auf euch und bedanke mich für euer Vertrauen.

Jetzt anmelden

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BALD IST ES SOWEIT: Kinder-besser-verstehen Kurse

Liebe Eltern und Interessierte,

der Countdown läuft und der Start des ersten Kinder-besser-verstehen Kurses rückt näher.

Informiere dich jetzt über diesen spannenden Kurs für Eltern von Kindern, die das erste Lebensjahr bereits vollendet haben.

Kursbeschreibung

Es sind noch freie Plätze auf der Warteliste vorhanden, zögere nicht zu lange und lasse dich auf der Warteliste eintragen, um dir exklusiv einen Platz im Kurs zu sichern!

Alle Informationen zum Kinder-besser-verstehen-Kurs findest du hier:

KBV Infos & Anmeldung

 

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